Samstag, 22. August 2015

[Gedanken] #heidenau ...

Es werden immer mehr ..
Eine Flut ...
Unmöglich zu stemmen ...


Es kommt mir so vor, wie wenn viele in der Politik die Flüchtlinge nicht verstehen können.
Doch denken wir 26 Jahre zurück. Da sind noch Menschen aus der DDR geflohen? Warum? Weil sie noch nicht mal ihre ehrliche Meinung über die Regierung frei äußern konnten ohne ins Gefängnis zu kommen.

Geht es den Flüchtlingen auch so? Mit Sicherheit und noch schlimmeres. In Syrien und Umgebung herrscht seit vielen Jahren Krieg. Wenn mein Haus plötzlich nicht mehr stehen würde, würde ich da auch einfach alles stehen und liegen lassen und flüchten in eine "bessere Welt"? Mit Sicherheit!

Gestern habe ich auf Facebook einen schönen Text gelesen (von Kirsten Janke)

Die kommen doch nur her, um sich hier aushalten zu lassen! Richtig?
...
Du bist 29 Jahre alt und hast eine Frau, zwei Kinder und einen Job. Du kommst über die Runden. Du kannst dir auch mal was leisten, und lebst in einem kleinen Häuschen in der Stadt.
Plötzlich ändert sich die politische Lage in deinem Land und ein paar Monate später stehen Soldaten vor deinem Haus. Und vor den Häusern der Nachbarn.
Sie sagen, wenn du nicht für sie kämpfst, erschießen sie dich.
Dein Nachbar weigert sich.
Ein Schuss. Das wars.
Du hörst, wie einer der Soldaten zu deiner Frau sagt, dass sie die Beine breit machen soll.
Du schaffst es irgendwie, die Soldaten erstmal loszuwerden und denkst die halbe Nacht lang nach.
Auf einmal hörst du einen Einschlag. Dein Haus hat kein Wohnzimmer mehr.
Ihr rennt raus und seht, dass die ganze Straße zerstört ist.
Kein Stein steht mehr auf dem anderen.
Du bringst deine Familie zurück ins Haus und rennst an die Stelle, an der das Haus deiner Eltern stand.
Es ist nicht mehr da. Deine Eltern auch nicht.
Du siehst dich um und entdeckst einen Arm mit dem Ring deiner Mutter am Finger. Der Rest deiner Eltern ist nichtmal mehr auffindbar.

Aber die Asylanten haben so viel Luxuszeug! Smartphones, Markenklamotten undso! Richtig?
...
Du denkst jetzt nicht mehr nach. Du rast nach Hause und rufst, deine Frau soll die Kinder anziehen. Du schnappst dir eine kleine Tasche, denn mehr könnt ihr auf die Dauer nicht tragen, und packst das Nötigste. Nur je 2 Kleidungsstücke pro Kopf passen in die Tasche.
Was nimmst du mit???
Du wirst deine Heimat vermutlich nie wiedersehen.
Deine Familie nicht, deine Nachbarn nicht, deine Arbeitskollegen ...
Aber wie sollst du in Kontakt bleiben?
...
Hektisch wirfst du also dein Smartphone und das Ladekabel in die Tasche.
Dazu von jedem ein paar Klamotten, etwas Brot und das Lieblingskuscheltier deiner kleinen Tochter.

Die können sich die Flucht doch locker leisten. Dann sind die auch nicht arm!
...
weiter geht der Text auf Facebook (Link oben)

Dann gestern Abend in Heidenau!

Ein Kommentar auf Twitter u.a. war:
Wie viele von euch haben geflüchtete Eltern/Großeltern? Einfach mal zwei Generationen zurück gucken.
Ein Bekannter von mir erzählte über seine Entstehungsgeschichte. Wenn es den ersten und zweiten Weltkrieg nicht gegeben hätte, hätten sich seine Großeltern nie kennengelernt.

Und ja, es kann auch zu Gewalt unter den Flüchtlingen kommen. Unser Innenminister ist ganz entsetzt.
Doch: Wenn in ihrem Herkunfstland diese Menschen sich gegenseitig bekämpfen, ist es dann nicht "normal" (bzw. verständlich) dass sie wegen diesen Erinnerungen nicht unter einem Dach in einem Heim untergebracht werden können/sollten?

Ich schäme mich:
- weil Europa sich lieber abschottet statt zu helfen
- weil der Libanon mehr Menschen aufnimmt als er selbst an Einwohner hat
- weil wir Menschen in unserem Land haben, die einfach nur doof sind und nicht weiter wie ihre Nasenspitze denken können!
- weil viele Christen das "christlich sein" vergessen haben ... Helfen, "Liebe deinen nächsten wie dich selbst!" (Doch wenn man sich selbst nicht mag, ist dies wohl auch gegenüber anderen schwierig ....

Kommentare:

  1. Danke für diese wahren Worte! Wir müssen mehr und lauter werden und klar machen, dass wir diesen Wahnsinn und Hass der Rechten und Nazis (auch genannt: „besorgte Bürger, Ausländerfeinde, Asylgegner“) nicht dulden.

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